Venus in Steinbock wird direkt
Am Abend des 31.01.2014 wird Venus wieder direktläufig, nachdem unser Morgen- und Abendstern seit der Wintersonnenwende am 21.12.2013 im Sternzeichen Steinbock von der Erde aus gesehen rückläufig war.

Man könnte meinen, dass nun alles wieder seinen gewohnten Gang gehen kann, und dass wir nun endlich das Gefühl haben im neuen Jahr angekommen zu sein, aber wir gehen nicht nur mit einer rückläufigen Venus ins Jahr 2014, sondern anschliessend wird Merkur in den Fischen rückläufig, und ab Anfang März 2014 der Mars in der Waage.

Ein anderes Jahr zu finden, in dem wir mit drei rückläufigen persönlichen Planeten ein Jahr beginnen, wird ein astrologisches Kunststück sein.

Auch aus numerologischer Perpektive sind die Daten 21.12.2013 und 31.01.2014 äusserst interessant: Venus wurde am Tag XII des Gehängten rückläufig und sie wird am Tag XII des Gehängten wieder direktläufig. Der Gehängte symbolisiert festgefahrene, blockierte Situationen, und er verlangt von uns unsere Perspektive zu ändern. Oft verlangt er auch von uns ein ‚Opfer‘ zu bringen, wenn es wieder vorwärts gehen soll.

Viele Astrologen fragen sich in diesen Zeiten, was die tiefere Botschaft sein könnte, die mit der Rückläufigkeit unserer persönlichsten Angelegenheiten einhergeht.

Da wir alle nach wie vor von dem grossen kardinalen Quadrat beeinflusst werden, das viele von uns auf ganz persönlicher Ebene betrifft, und das uns alle auf einer überpersönlichen Ebene, also als Menschheit beeinflusst, sehe ich den Zusammenhang darin, dass wir uns einerseits gerne vorwärts bewegen würden, aber andererseits so viele ungeklärte, verdrängte und festgefahrene Angelegenheiten im Schlepptau mit uns ziehen, dass es ein zäher Weg ist, mit so viel Ballast an Board wirklich voranzugehen.

Venus fordert uns auf unsere ganz persönlichen Werte und Identifikationen zu hinterfragen, so wie unsere Art mit uns selbst und mit anderen in Beziehung zu treten.

Im Steinbock ist sie keine leichte Venus, die sich leichtfüssig und vertrauensvoll hingibt, sondern eine von ihrem schwierigen Weg geprägte, aussergewöhnlich vorsichtige, und z.T. auch berechnende Venus.

Diese Berechnung muss nicht unbedingt negativ ausgelegt werden, denn Berechnung können wir im Zusammenhang mit der Reife und Erfahrung, die eine Venus in Steinbock anzeigen kann, in Verbindung bringen.

Warum sollten wir uns auf jemand oder auf etwas einlassen, was uns nichts oder sogar etwas Negatives bringt, kann sich die Venus in Steinbock fragen, denn sie ist keine verspielte, abenteuerlustige Venus, wie es z.B. eine Venus im Widder oder im Löwen ist.

Die Venus in Steinbock kann also auf unsere Erfahrungen hinweisen, aber sie kann uns auch zu kalt, zu distanziert oder uns einfach emotional blockiert werden lassen, um uns auf tieferer Ebene auf unsere Umwelt einzulassen, oder sie kann uns auch berechnend im materiellen Sinne werden lassen.

Wie sich die Venus im Steinbock beim Einzelnen auswirkt, kann sich jeder von uns selbst fragen, denn dazu gibt uns der rückläufige Merkur nun in den kommenden Wochen die Gelegenheit.

Aus höherer Perspektive gesehen kann die Venus in Steinbock aber auch auf ein kollektives Post Traumatisches Stresssyndrom hinweisen.

Wir werden tagtäglich mit so viel Drama, Hässlichkeiten und Schauergeschichten durch die Medien bombardiert, dass sich das Venusische, Feingeistige und Liebevolle in uns zwangsläufig bis zu einem gewissen Grad zurückziehen, verstecken, blockieren oder wenigstens schützen muss, um sich am Leben halten zu können. Oder wir flüchten uns in Phantasie- und Traumwelten, wozu uns der Neptun in den Fischen einen Art Notausgang anbietet. Ob dieser Notausgang allerdings in eine befriedigende und dauerhafte Freiheit führt, ist mehr als fraglich.

Ich gehe davon aus, dass wir nun nochmal im unterschiedlichen Ausmass durch den emotionalen, psychologischen und energetischen ‚Fleischwolf‘ gedreht werden in den kommenden Monaten unter dem Einfluss der Rückläufigkeit der persönlichen Planeten, die immer wieder mit den transpersonalen Planeten Uranus, dem kastriertem Gott, und mit Pluto, dem Herrscher der Unterwelt, tanzen.

Wer meint, dass er nichts mehr zu bearbeiten hätte, und alle Lektionen dieser Zeitqualität bereits erfolgreich hinter sich gebracht hat, könnte beschwingt voranschreiten, jedoch kommt man in diesen Zeiten alleine nur bis zu einem gewissen Punkt, wie es der starke Einfluss der kollektiven Planeten anzeigt.

Merkur nähert sich nun Neptun in den Fischen und wird in den Wassermann zurücklaufen.

Wir kommen also nicht drum herum uns auch mit globalen, weltlichen Geschehnissen oder zumindest mit grösseren Zusammenhängen auseinanderzusetzen, und unseren eigenen Anteil daran zu hinterfragen, auch wenn wir uns in diesen Zeiten gerne nur um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern würden, und uns am liebsten in unser Jupiter im Krebs Nest zurückziehen würden.

Viele von uns wollen aufsteigen – ob nun sozial, finanziell, spirituell - aber der Aufstieg wird uns verdammt schwer gemacht, und das aus gutem Grund, denn in diesen Zeiten kann es anscheinend keinen wirklich individuellen Aufstieg geben.

Wer nun nur seine ganz persönlichen Belange im Sinn hat, und nicht ans Kollektiv; an sein Umfeld denkt, wird mit grossen Schwierigkeiten konfrontiert.

Es ist geradezu so als wenn die Götter von oben auf uns hinabblicken, ein paar Leckerbissen und ein paar richtig harte Brocken auf uns hinab werfen, und das Spielfeld Erde beobachten, auf dem wir alle immer enger zusammengepfercht werden.

Das 'Big Brother Spiel' hat längst begonnen.

Wir können uns miteinander einigen, Kompromisse für ein gemeinsames Zusammenleben finden, oder wir können immer kälter, berechnender und abgehärteter werden, wie eine Venus in Steinbock es durchaus sein kann, und versuchen gnadenlos unsere eigenen Ziele zu verwirklichen.

Ich glaube, wir haben keine andere Wahl, als uns zu einigen.

Im Kleinen wie im Grossen stehen viele wichtige Entscheidungen in diesen Zeiten an, die kaum überschaubare Konsequenzen nach sich ziehen werden.

Wir können nicht mehr nur unseren eigenen Kopf durchsetzen und an unser ganz persönliches Wohl denken, wie es der Uranus im Widder gerne tun würde. Wir werden Kompromisse finden müssen.

Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten, und ich befürchte, dass viele diese Worte eh nicht hören wollen…

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben sie so verdaulich wie möglich anzubieten, aber es nützt keinem etwas, wenn wir uns in Scheinsicherheiten wiegen, wie sie uns seit jeher von Politikern vorgegaukelt werden.

Wir brauchen wirkliche Lösungswege. Wir brauchen Mut, Klarsicht, Teamgeist und Ehrlichkeit.

Je früher wir anfangen, desto besser.

Packen wir‘s an.

Viele liebe Grüsse unter den Sternen *

Bild: Without Ceres and Bacchus, Venus Would Freeze, 1600-1603, Hendrick Goltzius, Philadelphia Museum of Art
Druckversion Druckversion | Sitemap
Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern *